Fanbericht Greifswalder SC – Berliner AK

Schon die ganze Woche fragte man sich, wie es nun und ob es überhaupt weitergeht mit dem GSC, denn am Dienstag Morgen hatte der Verein den Insolvenzantrag gestellt. Da am Donnerstag Abend aber verkündet wurde, dass das letzte Spiel dieser Oberligasaison gegen den Berliner AK doch noch stattfinden sollte, einigte ich mich auf eine Mitfahrgelegenheit nach Müssow, 5km vor der fußballverrückten Hansestadt. Samstag Nachmittag traf ich dann meinen Fahrer und mit hämmernder Musik bretterten wir dem Ziel entgegen. Kaum 2.5 Stunden später wurde ich abgesetzt und eine lustige Partygesellschaft von 5 Leuten empfang mich. Die Zeit verging und als sich um 10 Uhr herausstellte, dass die Party jetzt wohl zu Ende sei und ich nicht wusste, wo ich den Rest der Nacht verbringen sollte, wurde ich aus diversen, mir jedoch unbekannten Gründen rausgeschmissen. Zumindest ins nächste Dorf wurde ich gefahren, wo ich nach einem kurzen Telefonat auch den LFC-Martin antraf, um gemeinsam über Pläne für die Nacht zu diskutieren. Dieses Thema hatte sich aber schnell erledigt, denn er überließ mir großzügig ein Zimmer, doch vor dem Schlaf wollten wir der Gastronomwirtschaft der Stadt Greifswald noch einen Gefallen tun, da wir aus der Dorfkneipe verjagt wurden. So marschierten wir mit einem Fahrrad bestückt in die Stadt und setzten uns in die erstbeste Kneipe namens „Harter Sattel“. Da das Lokal um Mitternacht vorhatte zu schließen, und wir somit nur noch eine Stunde Trinkzeit gehabt hätten, die Bedienung aber mitten im Zapfvorgang noch die Frechheit besaß, Darts werfen zu gehen, fassten wir nach einem Getränk den Entschluss, ins „Pub op’n Balken“ weiterzuziehen. Dort wurde ersteinmal das Intro für morgen besorgt(„Bökelbergdinger“) und danach befassten wir uns wieder mit dem Durstlöschen… Einige Gänge zur Toilette später entschieden wir, nach Hause zu fahren. Da wir aber nur 1 Zweirad zur Hand hatten und es beim Hinweg schon Probleme gab, das gute Stück zu zweit zu nutzen, besorgten wir uns noch einen fahrbaren Untersatz und jeder konnte in seinem eigenen (harten) Sattel in dei Pedalen treten. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen trennte ich mich von meinem Mageninhalt und damit auch von meinem Kater… Viel Zeit blieb nicht, denn wir hatten noch ein alte Herren Spiel 2 Straßen weiter im Auge. Nach dem Beflaggen, was WIR nicht als peinlich auffassten, genossen wir eine grottenschlechte Leistung beider Teams und halfen dem Schiedsrichter bei einer strittigen Entscheidung. Unter anderem der nicht nachlassende Regen nahm uns die Lust auf die 2. Halbzeit. Zuhause angekommen machte sich der LFC-Martin wieder an die Arbeit und bastelte aus 2 Holzstücken ein Kreuz, dazu später mehr. Die Zeit bis zum Hauptspiel an diesem Tag verging mit dem Bertachten von Fotos von Martins Hoppingtouren. Erst raste die Zeit, dann wir zum Stadion, wo man uns schon mit einem bei einem Fanturnier gewonnenen Fass Bier erwartete. Die Laune war am Überkochen, stieg aber während er 1. Halbzeit weiter an. Das Fass geleert, die 18 Fahnen, alle mit Trauerband, an den Zaun gehängt, präsentierten wir ein Wendetapete-Intro(„In stiller Trauer“ und „Lebbe geht weidda!“) inklusive Schweigeminute. Diese wurde dann zu einer Schweigehalbzeit umgestaltet, da die nach kurzer Zeit schon 3:0 führenden Rothosen nicht abgelenkt werden sollten. Halbzeit 2 begann erneut mit einer Tapete(„Ob Abstieg oder Insolvenz, 1x GSC, immer GSC!“) und besagten Bökelbergdingern. In Spielhälfte 2 begann auch endlich wieder unser Support und eine Vielzahl an bescheuertem Liedgut wurde angestimmt und gegrölt. Der berühmt-berüchtigte Eberswalde-Mülleimer kam wieder zum Einsatz und nach lautstarker Aufforderung des Heimblocks stieg der Capo wieder in meiner Person in den Eimer und ich gab mein Bestes um die Kurve zum Singen(bzw. Lachen) zu bewegen. Im Heimblock waren alle da: ein alter Fan-Fuchs war wieder in der Gegend, die treuen Auswärtsfahrer natürlich, und irgendein dahergelaufener Bauernlümmel stand zum ersten und hoffentlich auch zum letzten Mal in unserem Sichtbereich. Gegen Ende brannte die Kurve wieder und auch die Friedhofskerzen, die das Spiel von der Tartanbahn aus sahen wurden nochmal gebraucht. Dann als wir das Spiel 4:1 gewonnen, den Zaun bestiegen, uns heiser gesungen, den Spielern gedankt und uns für ein Gruppenfoto hinter der Mannschaft versammelt hatten, waren lange Jahre Oberligafußball in Greifswald Vergangenheit. Abstieg, Insolvenz, Anti-GSC Politik der Stadt sind keine guten Zeichen für die Zukunft. Und genau deshalb hatten wir einen Sarg und ein Kreuz gebastelt um den überregionalen Fußball in dieser Stadt hinter dem Stehplatzbereich zu vergraben. In den Sarg sollten die Programmhefte der abgelaufenen Saison kommen, doch wir mussten uns mit einem Ticket vom Budapester Derby abfinden, da die Hefte nicht rechtzeitig ankamen. Mannschaft und Fans: Danke für eine geile halbe Saison!!! der Budapester